Gewinne aus Casinos ohne Schweizer Konzession richtig versteuern

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Bei der Steuer trennen sich die Wege deutlich: Gewinne aus konzessionierten Schweizer Online-Casinos sind weitgehend privilegiert, Gewinne aus ausländischen Anbietern ohne Konzession dagegen nicht. Diese Seite ordnet die Unterschiede sachlich ein, nennt die massgeblichen Beträge in Franken und ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Den Steuerfreibetrag bei lizenzierten Anbietern einordnen
Seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) am 1. Januar 2019 gilt für Gewinne aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen bei konzessionierten Schweizer Anbietern ein hoher Freibetrag. Bis zu einem Betrag von rund einer Million Franken bleiben solche Gewinne von der Einkommens- und der Verrechnungssteuer befreit. Der genaue Freibetrag wird jährlich an die Teuerung angepasst und beträgt für die direkte Bundessteuer im Steuerjahr 2026 rund 1’070’000 Franken; auf kantonaler Ebene kann der Wert leicht abweichen. Nur der Betrag, der diesen Freibetrag übersteigt, unterliegt der Besteuerung, und auf den steuerpflichtigen Teil wird zusätzlich die Verrechnungssteuer von 35 Prozent erhoben, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.

Diese grosszügige Regelung ist Teil des Anreizsystems, das Spielende zu legalen Schweizer Anbietern lenken soll. Sie gründet auf der Anpassung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG), das die Steuerfreiheit ausdrücklich an Gewinne aus nach dem Geldspielgesetz zugelassenen Anbietern knüpft (Art. 24 lit. ibis DBG). Die rechtliche Grundlage und die Systematik des Geldspielrechts sind über die Seite zum rechtlichen Rahmen nachvollziehbar. Für die allermeisten Spielenden bedeutet der hohe Freibetrag in der Praxis, dass Gewinne bei lizenzierten Schweizer Online-Casinos steuerfrei bleiben.
Warum ausländische Gewinne voll steuerpflichtig sind
Der entscheidende Unterschied betrifft Gewinne aus ausländischen, nicht konzessionierten Casinos. Diese fallen nicht unter die Privilegierung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, da diese ausdrücklich an die Zulassung nach dem Geldspielgesetz gebunden ist. Gewinne aus nicht bewilligten Anbietern sind deshalb grundsätzlich als übriges Einkommen voll steuerpflichtig, und zwar ab dem ersten Franken. Mehrere Fachquellen bestätigen übereinstimmend, dass Gewinne bei ausländischen Anbietern unabhängig von ihrer Höhe einkommenssteuerpflichtig sind, auch wenn das blosse Spielen nicht strafbar ist.

Diese Ungleichbehandlung wird in der Werbung nicht bewilligter Anbieter regelmässig verschwiegen oder verharmlost. Tatsächlich kehrt sich der vermeintliche Vorteil eines ausländischen Casinos steuerlich ins Gegenteil: Während ein Gewinn von einigen tausend Franken bei einem lizenzierten Schweizer Anbieter steuerfrei bliebe, wäre derselbe Gewinn bei einem ausländischen Anbieter vollumfänglich als Einkommen zu versteuern. Dass das Spielen selbst nicht strafbar ist, ändert daran nichts; die steuerliche Pflicht ist von der strafrechtlichen Frage vollständig getrennt. Die Abgrenzung beider Themen erläutert die Seite zur rechtlichen Einordnung.
Die Deklarationspflicht ernst nehmen
Unabhängig davon, ob ein Gewinn steuerfrei bleibt oder steuerpflichtig ist, besteht in der Regel eine Pflicht zur Deklaration in der Steuererklärung. Auch steuerfreie Gewinne sollten als Lotterie- und Spielgewinne angegeben werden, da die Steuerbehörden die korrekte Einordnung vornehmen müssen. Bei steuerpflichtigen Gewinnen aus ausländischen Anbietern ist die Deklaration zwingend, denn das Verschweigen steuerbarer Einkünfte kann steuerstrafrechtliche Folgen haben. Vom steuerbaren Gewinn lassen sich zudem die Einsatzkosten in begrenztem Umfang abziehen; für die direkte Bundessteuer liegt diese Grenze im Bereich von einigen tausend Franken und variiert kantonal.

Konzessioniertes Schweizer Online-Casino
Gewinn bis zum Freibetrag von rund einer Million Franken steuerfrei; nur der übersteigende Teil steuerpflichtig, darauf 35 Prozent Verrechnungssteuer.
Ausländisches Casino ohne Schweizer Konzession
Gewinn grundsätzlich ab dem ersten Franken als übriges Einkommen voll steuerpflichtig und deklarationspflichtig.
Deklaration allgemein
Gewinne in der Steuererklärung angeben, auch wenn sie steuerfrei sind; Einsatzkosten in begrenztem Rahmen abziehbar.
Wer einen grösseren Gewinn erzielt oder unsicher ist, sollte frühzeitig die kantonale Steuerverwaltung oder eine Fachperson beiziehen, da die Beträge und Modalitäten kantonal abweichen können. Dieser Beitrag gibt einen Überblick, ersetzt aber keine verbindliche Steuerberatung im Einzelfall.

Die praktischen Folgen für die Entscheidung abwägen

Die steuerliche Betrachtung fügt sich in das Gesamtbild der Risiken ein, die mit nicht bewilligten Anbietern verbunden sind. Wer bei einem ausländischen Casino spielt, trägt nicht nur das Risiko fehlenden Spielerschutzes und möglicher Auszahlungsprobleme, sondern auch eine höhere Steuerlast auf allfällige Gewinne. Diese Kombination relativiert die in der Werbung versprochenen Vorteile erheblich. Die weiteren praktischen Gefahren, etwa die verweigerte Auszahlung und der fehlende Rechtsschutz, sind auf der Seite zu den Risiken ohne Konzession ausführlich beschrieben.
Umgekehrt verdeutlicht die Steuerlage den Vorteil konzessionierter Anbieter, deren Gewinne nicht nur geschützt, sondern für die meisten Spielenden auch steuerfrei sind. Wer dieses Steuerprivileg nutzen möchte, sollte sicherstellen, dass es sich tatsächlich um einen lizenzierten Schweizer Anbieter handelt. Wie man ein konzessioniertes Casino zuverlässig erkennt und welche Merkmale dabei entscheidend sind, erklärt die Seite zum Erkennen eines konzessionierten Casinos. Den Gesamtüberblick über alle Aspekte bietet die Hauptseite Casino ohne Lizenz im Überblick.
Hilfe bei problematischem Spielverhalten
Glücksspiel kann süchtig machen. Wer Unterstützung braucht, erreicht die nationale Spielsucht-Helpline kostenlos und anonym rund um die Uhr unter 0800 040 080. Beratung bieten SOS Spielsucht und Sucht Schweiz. Geldspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt.
Über den Autor
Reto Stalder beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit der Regulierung von Geldspielen und der rechtlichen Einordnung von Online-Glücksspielangeboten. Er übersetzt komplexe juristische und steuerliche Sachverhalte in verständliche Erklärungen. Mehr zur Redaktion auf der Seite Über die Redaktion.
