So regelt das Geldspielgesetz das Online-Glücksspiel in der Schweiz

Gesetzestext des Schweizer Geldspielgesetzes BGS mit Bundeshaus im Hintergrund

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Das Bundesgesetz über Geldspiele ist das Fundament, auf dem die gesamte Schweizer Regulierung von Online-Casinos ruht. Wer verstehen will, warum ausländische Anbieter ohne Konzession als nicht bewilligt gelten, muss die Entstehung, den Inhalt und die Tragweite dieses Gesetzes kennen. Diese Seite erklärt das BGS von der Volksabstimmung bis zu den jüngsten Konzessionen.

Die Entstehung des Geldspielgesetzes nachvollziehen

Das Bundesgesetz über Geldspiele, kurz Geldspielgesetz oder BGS (SR 935.51), wurde von der Bundesversammlung am 29. September 2017 verabschiedet. Es löste die zuvor getrennten Regelungen für Spielbanken und Lotterien ab und führte das gesamte Geldspielrecht in einem einheitlichen Erlass zusammen. Gegen das Gesetz wurde das Referendum ergriffen, sodass die Stimmberechtigten am 10. Juni 2018 darüber befanden. Mit rund 72,9 Prozent Ja-Stimmen fiel das Resultat deutlich aus, und das Gesetz trat am 1. Januar 2019 in Kraft. Die Bestimmungen über die Einschränkung des Zugangs zu nicht bewilligten Online-Spielangeboten, also die Netzsperren, folgten ein halbes Jahr später am 1. Juli 2019.

Im Abstimmungskampf stand vor allem ein Punkt im Vordergrund: Online-Glücksspiel sollte in der Schweiz erstmals legal möglich werden, allerdings nur für inländische Anbieter mit Konzession. Befürworter argumentierten mit Spielerschutz und der Verhinderung von Geldabflüssen ins Ausland, während Kritiker die vorgesehenen Netzsperren als staatliche Eingriffe in den freien Internetzugang ablehnten. Das klare Ergebnis verschaffte dem Gesetz und seinem Konzessionsmodell jedoch eine breite demokratische Legitimation. Seither bildet das BGS die unbestrittene Rechtsgrundlage für sämtliches Online- und Offline-Glücksspiel in der Schweiz, was auch die Übersicht der Rechtsgrundlagen der ESBK bestätigt.

Symbolische Darstellung der Schweizer Volksabstimmung 2018 zum Geldspielgesetz mit Stimmzettel und Urne

Welche Ziele das BGS verfolgt

Das Geldspielgesetz verfolgt mehrere klar benannte Ziele, die seine gesamte Systematik prägen. An erster Stelle steht der Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren, die von Geldspielen ausgehen, insbesondere vor exzessivem Spielverhalten und Spielsucht. Zweitens soll eine sichere und transparente Durchführung der Geldspiele gewährleistet werden, was umfangreiche Anforderungen an Anbieter und ihre technischen Systeme bedeutet. Drittens regelt das Gesetz die Verwendung der Erträge: Reingewinne aus Lotterien und Sportwetten kommen gemeinnützigen Zwecken zugute, während Teile der Bruttospielerträge der Spielbanken in die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung fliessen.

Symbolische Darstellung der Ziele des Geldspielgesetzes mit Schutzschild und sozialen Symbolen

Diese Zielsetzung erklärt, weshalb die Schweiz beim Geldspiel einen vergleichsweise restriktiven Weg gewählt hat. Der Spielerschutz ist nicht eine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine gesetzliche Pflicht der konzessionierten Anbieter. Dazu gehören Einzahlungslimits, Selbstkontroll-Werkzeuge und das Spielsperrsystem, mit dem sich gefährdete Personen vom Spiel ausschliessen lassen können. Genau diese Schutzmechanismen fehlen bei nicht bewilligten ausländischen Anbietern vollständig, weshalb das Gesetz deren Angebote in der Schweiz untersagt. Wer die praktischen Folgen dieses fehlenden Schutzes nachvollziehen möchte, findet sie auf der Seite zu den Risiken ohne Schweizer Konzession ausführlich beschrieben.

Das zweistufige Konzessionssystem verstehen

Der vielleicht wichtigste Mechanismus des BGS für die Frage nach Casinos ohne Lizenz ist das zweistufige Konzessionssystem. In einem ersten Schritt erteilt der Bundesrat die Spielbankenkonzession an eine physische Spielbank. Erst in einem zweiten Schritt kann diese konzessionierte Spielbank bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission eine Konzessionserweiterung für den Online-Betrieb sowie die Bewilligung der einzelnen Online-Spiele beantragen. Diese Reihenfolge ist entscheidend, denn sie bedeutet, dass eine Online-Konzession niemals isoliert vergeben wird. Ein reines Online-Unternehmen ohne physische Spielbank in der Schweiz kann auf diesem Weg gar keine Lizenz erhalten.

Ablaufdiagramm des zweistufigen Konzessionssystems von der landbasierten Spielbank zur Online-Bewilligung

Aus dieser Konstruktion folgt direkt, warum ausländische Plattformen mit einer Malta- oder Curaçao-Lizenz in der Schweiz nicht legal anbieten können: Ihnen fehlt die zwingende Vorstufe der schweizerischen Spielbankenkonzession. Das Gesetz schliesst sie damit systematisch aus, unabhängig davon, wie seriös sie in ihrem Heimatland reguliert sein mögen. Diese Logik ist auch der Grund, weshalb die rechtliche Verantwortung im Online-Bereich vollständig bei der konzessionierten Schweizer Spielbank liegt, selbst wenn diese technische Dienstleistungen von Partnern im Ausland bezieht. Die strafrechtliche Seite dieser Konstellation, also wann ein Anbieten überhaupt strafbar wird, behandelt die Detailseite zur Strafbarkeit der Anbieter nach Art. 130 BGS.

Die Konzessionen für 2025 bis 2044 einordnen

Die Konzessionen unterliegen einer festen Laufzeit, und 2024 endete eine wichtige Periode. Die seit 2019 gültigen Konzessionen liefen Ende 2024 aus, woraufhin der Bundesrat am 29. November 2023 neue Konzessionen für die Periode 2025 bis 2044 erteilte. Damit gelten die aktuellen Konzessionen erstmals für zwanzig Jahre statt wie zuvor für sechs Jahre. Insgesamt verfügen rund zwanzig Spielbanken über eine Konzession, aufgeteilt in neun Konzessionen des Typs A und elf des Typs B. Nur ein Teil dieser Spielbanken betreibt zusätzlich eine Online-Plattform, da dafür die separate Konzessionserweiterung erforderlich ist.

Für Spielende bedeutet diese Struktur, dass die Zahl der legalen Online-Casinos in der Schweiz bewusst überschaubar bleibt. Die maximal zulässige Zahl von Spielbanken und ihre Verteilung auf Konzessionszonen sind gesetzlich festgelegt, was den Markt strukturell von offenen Lizenzmärkten unterscheidet. Wer ein konzessioniertes Online-Casino sucht, sollte sich am offiziellen Verzeichnis der ESBK orientieren statt an Werbeversprechen. Wie man ein legales Schweizer Online-Casino zuverlässig erkennt und welche Merkmale dabei zählen, erklärt die Seite zum Erkennen eines konzessionierten Casinos.

Zeitstrahl der Schweizer Spielbankenkonzessionen mit der Periode 2025 bis 2044

Die Tragweite des Gesetzes für Spielende richtig gewichten

Das Geldspielgesetz ist weit mehr als eine formale Hürde für Anbieter; es bestimmt unmittelbar, welchen Schutz Spielende geniessen und welche Risiken sie eingehen. Bei einem konzessionierten Anbieter greift das gesamte gesetzliche Schutzsystem von Spielerschutz über Steuerprivilegien bis zur behördlichen Aufsicht. Bei einem nicht bewilligten Anbieter entfällt dieser Rahmen vollständig, und an seine Stelle tritt allein das Vertrauen in eine ausländische Plattform und ihre Heimataufsicht. Diese Asymmetrie ist der eigentliche Kern der gesamten Diskussion um Casinos ohne Lizenz.

Vergleich des Schutzniveaus zwischen konzessioniertem und nicht bewilligtem Online-Casino

Wer das BGS in seiner Gesamtheit verstehen will, sollte es nicht als isoliertes Verbot lesen, sondern als ein zusammenhängendes System aus Zulassung, Aufsicht, Schutz und Sanktion. Die einzelnen Bausteine dieses Systems werden in den weiteren Beiträgen dieses Rechtsbereichs vertieft. Für den vollständigen Überblick über alle Aspekte lohnt der Blick auf die rechtliche Übersicht, die Gesetz, Strafbarkeit und Netzsperren miteinander verknüpft und in den grösseren Zusammenhang der Nische einordnet. Den Einstieg in das gesamte Thema bietet die Seite Casino ohne Lizenz im Überblick.

Unterstützung bei Spielproblemen

Geldspiel kann süchtig machen. Wer Hilfe braucht, erreicht die nationale Spielsucht-Helpline kostenlos und anonym rund um die Uhr unter 0800 040 080. Beratung bieten SOS Spielsucht und Sucht Schweiz. Geldspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

Über den Autor

Reto Stalder beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit der Regulierung von Geldspielen und der rechtlichen Einordnung von Online-Glücksspielangeboten. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Schweizer Geldspielgesetz und der Frage, welche Risiken Angebote ohne Schweizer Konzession mit sich bringen. Mehr zur Redaktion auf der Seite Über die Redaktion.

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